Update: Auktion von Bitcoin durch USA

Die United States Marshall Services haben ihre geplante Bitcoin-Auktion offenbar ausgeweitet. Die Behörde des Justizministeriums der Vereinigten Staaten versteigert die aus 10 verschiedenen Fällen beschlagnahmten 3.813 Bitcoin am 22. Januar. Interessenten können sich vom 11.1. bis zum 19.1. registrieren.

Wie wir bereits berichteten, wollen die Behörden die insgesamt 513 beschlagnahmten Bitcoin des im November 2016 verhafteten Aaron Michael Shamo zur Auktion freigeben. Wie man einer offiziellen Ankündigung nun entnehmen kann, erweitern die Vertreter der USA diese bereits beachtliche Anzahl an Kryptos nun auf die insgesamt circa 7,5-fache Menge.

Eine Auswahl der Fälle

Die beschlagnahmten Kryptos setzen sich demzufolge aus Fällen von kriminellen, zivilrechtlichen und administrativen Verstößen zusammen. Neben dem Fall Shamiro, der sich mit gefälschten Medikamenten an der Opioid-Epidemie im Land der unbegrenzten Möglichkeiten bereicherte, findet sich auch der Fall von Daniel Summerfield. Dieser hat im Gespräch mit Undercover Agenten zugegeben, im Darkweb um die 100 Kilogramm Marihuana verkauft zu haben. Den Erlös hat er dann auf Börsen wie LocalBitcoins verkauft, um das Geld wieder in Fiatwährungen zu tauschen.

Ein weiterer Fall war der des Alexander Konstantinovich Tverdokhlebov, der über ein Botnet insgesamt eine halbe Million Computer mit Malware infiziert haben soll. Damit soll er größtenteils Kreditkarteninformationen gestohlen und so Beträge zwischen 9,5 und 25 Millionen US-Dollar erbeutet haben. Auch der maßgebliche Alkohol-, Marihuana- und Kokainkonsument soll einen Teil seiner Beute mit Bitcoin ausgecasht haben.

Weitere beschlagnahmte Coins kommen aus nicht näher bezifferten Wallets, die laut Statemet unter die Kategorie „administrative forfeiture“ fallen. Diese Vergehen sind solche, bei denen die Behörden ohne richterliche Anordnung Eigentum beschlagnahmen können. Dieses darf einen jeweiligen Gesamtwert von einer halben Million US-Dollar nicht übersteigen.

Die Auktion der beschlagnahmten Kryptowährungen setzt sich aus drei verschiedenen Blöcken zusammen. Es gibt jeweils 5 Blöcke zu 500 und 100 Bitcoin und einen Block für die verbleibenden 813 Bitcoin. Wer sich für die Versteigerung anmeldet, muss jedoch zunächst eine Sicherheit von 200.000 US-Dollar hinterlegen.

Die Bedingungen zur Anmeldung

Wer der US-Regierung Bitcoin abnehmen möchte, muss vier Vorkehrungen treffen. Interessierte müssen zunächst ein Registrierungsformular ausfüllen. Anschließend müssen die Bieter eine Kopie eines Ausweis-Dokuments und die 200.000 US-Dollar einreichen. Um die Registrierung zur Versteigerung abzuschließen, benötigen sie zu guter Letzt eine Bestätigung dieser Überweisung, die von einer in den USA ansässigen Bank kommen muss. All diese Bedingungen müssen die Bewerber schließlich per E-Mail an die Behörden zur Verifikation schicken. Die Vorstreckung der 200.000 Dollar dient letztlich zur Absicherung der Behörden – wer es versäumt, die Bitcoin zu bezahlen, verwirkt den Anspruch auf sein Geld. Wer allerdings erfolgreich ist, dem wird die Geldmenge als Anzahlung angerechnet.

Bedingungen für Teilnehmer

Die Gewinner werden schließlich nach Beendigung der Auktion am 22. Januar benachrichtigt. Solange sie nicht auf der Liste der „Special Designated Nationals and Blocked Persons List“ stehen, dürfen Angehörige ausgewählter Nationalitäten an der Versteigerung teilnehmen. Zu den ausgeschlossenen Personen, Personengruppen und Entitäten gehören von den USA sanktionierte Länder, Trafikanten von verbotenen Substanzen und Mitglieder von terroristischen Vereinigungen. (Ob ihr, was wir nicht hoffen, dazugehört, erfahrt ihr hier und hier).

Es ist jedoch nicht zwingend nötig, als Einzelperson direkt 500, 50 oder 813 Bitcoin auf einen Schlag zu kaufen. Interessierte können sich zu Gruppen zusammenschließen und dann gemeinsam auf die jeweiligen Blöcke bieten.

So werden die Vereinigten Staaten – trotz aller Bedenken und ausgesprochenen Warnungen – aus den volatilen Kryptowährungen Kapital schlagen. In diesem Fall werde sie wohl weitaus mehr Gewinn aus weniger Bitcoin als beim letzten Mal im Jahr 2015 herausschlagen. Bleibt nur zu hoffen, dass die Kryptos nachher nicht wieder in die falschen Hände gelangen.

BTC-ECHO