USA und Kryptowährungen: Steuerzahlung ist eine Seltenheit

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Bei der US-amerikanischen Online-Plattform Credit Karma haben von 250.000 Steuerzahlern nur 0,04 % angegeben, dass sie ihre Gewinne aus dem Handel mit Kryptowährungen versteuern würden. Laut aktuellen Schätzungen werden aufgrund von Gewinnen mit Digitalwährungen alleine in den USA Steuern in Höhe von 25 Milliarden US-Dollar fällig. Folglich haben unzählige Nutzer bei der Angabe der Umsätze einige Daten schlichtweg unter den Tisch fallen lassen.

Von 250.000 Nutzern des Finanzdienstleisters Credit Karma haben weniger als 100 Personen eingeräumt, in ihrer Steuererklärung für 2017 Umsätze aus dem Handel mit Kryptowährungen anzugeben. In den USA muss die Steuer früher als hierzulande eingereicht werden, die Frist endet bereits am 17. April. in Deutschland hat man ohne Steuerberater noch bis zum 31. Mai dafür Zeit. Wer seine Steuererklärung bei Elster Online einreicht, hat zwei weitere Monate Zeit für die Abgabe.

In den USA unterliegen alle Krypto-Umsätze der Kapitalsteuer. Credit Karma Tax geht davon aus, dass die Angaben über Krypto-Gewinne aufgrund der Komplexität erst in letzter Minute eingereicht werden. Oder eben überhaupt nicht. So kompliziert wie die Versteuerung auf den ersten Blick erscheint, sei sie aber nicht. Dazu kommt, dass die US-Steuerbehörde Internal Revenue Service (IRS) längst hellwach geworden ist, wenn es um dieses Thema geht. Der US-amerikanische Online-Handelsplatz Coinbase sollte vor einigen Monaten sehr umfangreich zur Angabe unzähliger Informationen verpflichtet werden, um US-Steuersündern auf die Schliche zu kommen. Als sich der Betreiber weigerte, ging die IRS vor Gericht. Statt der Offenlegung von mindestens 500.000 Account-Daten wurde Coinbase zwischenzeitlich zur Preisgabe der der aktivsten 13.000 Nutzer verpflichtet.

Steuern zahlen darf kein Zufall sein

Der Düsseldorfer Rechtsanwalt und Buchautor Dr. Joerg Andres kann beim besten Willen nicht nachvollziehen, wieso Bitcoin-Profiteure bis heute damit prahlen, ihre Krypto-Gewinne nicht zu versteuern. Andres bezeichnet es als „hochriskant“, dem Finanzamt diese Einnahmen zu verschweigen. Er glaubt, es sei nur noch eine Frage der Zeit, bis die Finanzämter ihren Rückstand aufholen. Sie würden schon bald auch diesen Einnahmen auf die Spur kommen. Auch wenn es etwas Zeit in Anspruch nimmt, so können Mitarbeiter von Finanzämtern bei Coinbase & Co. im Rahmen eines Auskunftsersuchens an die Daten deutscher Steuerzahler gelangen. Nur weil ein Online-Handelsplatz im Ausland liegt, können die Finanzämter dennoch die Angaben in der Steuererklärung mit dem Guthaben und den Aktivitäten der jeweiligen Wallets abgleichen. Prof. Dr. Andres dazu: „Wer jetzt noch an die Mär der völligen Anonymität von Blockchain-Aktivitäten glaubt, der sollte sich nicht wundern, wenn guter Rat anschließend buchstäblich teuer werden wird. Wer in der Vergangenheit seine Erklärungspflichten gegenüber dem Finanzamt noch nicht vollständig erfüllt hat, sollte dies zügig nachholen. Noch gibt es gute Chancen, solche Versäumnisse straffrei aufzuarbeiten.“

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